Hinweis:
Der folgende Text setzt das im Buch „Wo bleibt die Zukunft? – Physik für Unzufriedene“
eingefuehrte begriffliche Fundament des ELEA-Modells voraus. Dort
werden zentrale Konzepte wie zeitliche Existenzdichte, diskrete
Ortsaktualisierung, Energie als Musterbildung sowie der emergente
Charakter klassischer Groeßen (Raum, Zeit, Geschwindigkeit, Traegheit)
ausfuehrlich und in nachvollziehbarer Form entwickelt.
Die nachfolgende Darstellung knuepft unmittelbar an diese Grundlagen an und verzichtet daher auf eine erneute Einführung der Begriffe.
Im ELEA-Modell bildet das Photon als vierdimensionaler kugelfoermiger Raum ohne Oberflaeche die Grundform von Energie ab, wobei es in seiner Ortsveraenderung aus zwei Anteilen bestehen:
zeitlicher Existenzdichte
(potenzieller Anteil = Mehrfachbesetzung gleicher Orte)
und diskreter Ortsaktualisierung (kinetischer Anteil = Ortsspruenge in Nullzeit)
Die Lichtgeschwindigkeit ergibt sich in diesem Modell nicht als absolutes Axiom oder kosmische Obergrenze, sondern als ein optimales Verhaeltnis dieser beiden Energieanteile. Photonen bilden ein energetisch stabiles Muster, bei dem die zeitliche Dichte und die Rate ihrer diskreten Ortsveraenderungen in einem ausgeglichenen Verhaeltnis stehen.
Dieses Verhaeltnis ist invariant – dadurch erscheint die Lichtgeschwindigkeit als Konstante, ohne dass sie als eine ontologisch grundlegende Groesse angenommen werden muesste.
Auf der elementaren Ebene liegt zum Photon eine fortlaufende Schwingung vor:
Phasen erhoehter zeitlicher Existenzdichte entsprechen geringerer Ortsaktualisierung,
Phasen hoeherer Ortsaktualisierung entsprechen geringerer zeitlicher Existenzdichte.
Diese Schwingung der beiden Anteile von Energie ist selbsttragend und energiekonservierend. Ihr makroskopischer Ausdruck ist eben die Lichtgeschwindigkeit. - Damit gilt: Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ist nicht absolut im Sinne eines Postulats, sondern ist das Resultat eines stabilen Energiemusters.
Da das ELEA-Modell keine
kontinuierliche Raumzeit als ontologische Grundlage der Existenz kennt,
existiert auf der
fundamentalen Ebene keine primaere Definition von
„Geschwindigkeit“.
Geschwindigkeit entsteht im ELEA-Modell als emergente Makrogroesse, wenn viele diskrete Ortsaktualisierungen statistisch glatt werden. Daher kann eine Grenze wie „c“ im ELEA-Modell streng genommen nicht fundamental sein, da sie auf einer Groesse beruht, die nicht originaer, sondern abgeleitet ist.
Ein Ueberschreiten der Lichtgeschwindigkeit ist im klassischen Bewegungsbegriff unmoeglich. Dieser Begriff setzt voraus:
einen kontinuierlichen Raum,
eine kontinuierliche Zeit,
eine definierte Bahnkurve.
Da all dies im ELEA-Modell nicht
fundamental ist, sondern als Emergenz entsteht, gilt: Eine
Ueberlichtgeschwindigkeit ist auf
fundamentaler Ebene nicht verboten, weil der Begriff der
Geschwindigkeit dort nicht
einmal definiert werden kann.
Anders gesagt: Eine Entitaet kann groessere diskrete Ortsveraenderungen in der immer unveraenderten Grundfrequenz des abbildenden Seins aufweisen, ohne dass dabei eine Geschwindigkeitsgrenze verletzt wird. Schlicht, weil der Begriff einer Geschwindigkeit im fundamentalen Bereich nicht existiert.
Der freie Fall ist im ELEA-Modell
der einzige Zustand, in dem keine
zusaetzlichen zeitlichen Dichten erzeugt werden, weil er keine
beschleunigte Ortsveraenderung abbildet, sondern die Forderung der
Gravitationskonstante erfuellt, dass der Uebergang von potentieller in
kinetische Energie beschleunigt zu erfolgen hat. - Ein wichtiger
Unterschied!
Daraus folgt:
Nur der freie Fall erlaubt elementare Ortsveraenderungen mit groesserer Sprungweite ohne zusaetzliche zeitliche Dichten.
Das Ausbleiben zusaetzlicher zeitlicher Dichten bedingt ein Ausbleiben von Traegheit im Makrokosmos. (Der Mikrokosmos ist aus logischen Gruenden traegheitsfrei anzunehmen!)
Positiv veraenderte Sprungweiten bei immer gleichbleibender Existenzfrequenz koennen makroskopisch als Ueberlichtgeschwindigkeit erscheinen.
Formal liegt jedoch keinerlei
„Bewegung“ jenseits von c vor, sondern lediglich eine Ortsveraenderung ohne Anwendbarkeit
des
klassischen Bewegungsbegriffs.
Anders gesagt: Entfernt man
die Emergenzen,
die aus der Anwendung des aristotelischen Bewegungsbegriffes entstehen,
ist im beobachtbaren Ergebnis (nicht etwa im Vorgang) eine
ueberlichtschnelle Ortsveraenderung moeglich.
Wenn Geschwindigkeit keine Funktion von Ortsveraenderung, sondern lediglich emergent ist, dann gilt die Lichtgeschwindigkeit nur fuer Systeme, die dem Bewegungsparadigma folgen. Die Lichtgeschwindigkeit als unuerschreitbare Grenze gilt nicht fuer Ortsveraenderungen, die frei sind von Bewegung und Bahnkurven, frei von zeitlichen Dichten und Traegheit.
Damit entsteht prinzipiell die Moeglichkeit zu einer Raumfahrt, die nicht durch das klassische c-Gebot begrenzt ist. Diese Raumfahrt verletzt nicht die klassische Physik, sondern verlaesst nur nur deren emergente Form einer Bahnbewegung mit einer Geschwindigkeit. Gleiches gilt fuer das Auftreten von Traegheit.Sobald ein Objekt Bedingungen erfuellt, die die vorgenannten Bedingungen fuer einen Zustand des Freifalls wieder aufheben, tritt Traegheit instantan auf. Da zuvor aber kein Bewegungsvektor existierte, kann die der Traegheit entsprechende zeitliche Dichte nicht verteilt werden. Die Traegheit wird sich daher auf einen minimalen Raum konzentrieren. Aus diesem Grund wird ein Objekt, das aus dem im Ergebnis ueberlichtschnell erscheinenden Zustand des Freifalls herausfaellt, zu einem ultradichten Querschnitt seiner Existenz zusammenfallen.
Nicht als Folge mechanischer Kompression, sondern als Folge der Rueckkehr zu einer klassischen Bewegungsontologie mit spontaner Abbildung extremer zeitlichen Dichte als Ursache von Traegheit. Das Ergebnis waere eine Verdichtung, wie sie aehnlich unter Einfluss extremer Gravitation anzunehmen waere.
Der Effekt koennte in der Zukunft als Technologie nutzbar sein, z.B. fuer Materialverdichtung.